Wer bist du?

Diese Frage kann tief treffen.
Wer bist du?
Was will mein Gegenüber wirklich wissen?
Geht es um meinen Namen? Meine Rollen? Meine Geschichte?

Früher hat mich diese Frage oft überfordert.
Ich habe ausgeschweift geantwortet, gesagt: „Ich bin heute die, die ich gestern nicht war.“
Denn ja, wir sind Wandel.
Wir sind Bewegung.
Wir sind Geschichten.
Wir sind Rollen.

Ich bin Mutter. Ich bin Tochter. Ich bin Begleiterin. Ich bin Hundeliebhaberin. Ich bin Freundin. Ich bin Partnerin. Ich bin, was ich entscheide zu sein.

Doch jenseits der Rollen, jenseits der Namen –
bin ich Mensch.
Ich spüre meinen Körper. Ich atme. Ich fühle. Ich bin mir bewusst, dass ich bin.
Ich bin Seele – verkörpert in diesem Körper, der sich Mirjana nennt.
Doch ich **bin nicht** Mirjana – das ist mein Name, ein Etikett, ein Klang, der mir gegeben wurde.

Ich bin die, die ich bin.
Ich bin die, die sein kann alles, was ich möchte.
Ich bin die, die ich wähle zu sein.
Ich bin auch das, was ich bin.

Vielleicht bin ich sogar eine Facette des Gegenübers – die ihm gespiegelt wird, wenn er fragt: „Wer bist du?“
Und alles, was ich entscheide, zu sein, was ich annehme – das bin ich.
Die Antworten auf diese Frage sind so vielfältig wie die Seelen, die sie sich stellen.
Jede Antwort ist eine Wahrheit. Für diesen Moment.
Und das ist genug.

Und vielleicht…

Wenn ich mir vorstelle, wie ein Kind – ganz frei, noch ohne Rollen – auf die Frage „Wer bist du?“ antworten würde…
Dann höre ich vielleicht:
„Ich bin ich.“
Oder:
„Ich bin einfach da.“
„Ich bin Liebe.“
Vielleicht auch:
Ein Lächeln, ein Blick –
der mehr sagt als tausend Worte.

Weil das Kind noch weiß:
Es muss nichts **sein**, um zu **sein**.

1 Kommentar zu „Wer bist du?“

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